Wir schreiben den sechzehnten Mai des Jahres tausendeinhundertsechs der Germanischen Zeitrechnung(d. i. 353 n. Chr.). Ein ehrwürdiger Greis, dessen Züge starker Wille und Mut mit Liebenswürdigkeit verbinden, saß auf dem Bänkchen vor seinem Haus und betrachtete mit Andacht das Verschwinden der Sonne am Horizont. Der helle Abendstern kündigte das Kommen des Reiches der Finsternis an.
Lenz, der ehrwürdige Greis, fühlte wie auch das Licht seines Lebens sich dem Untergang zuneigte. Er wußte mit innerer Gewißheit, daß der Abendstern seines Lebens, das Kommen der Nacht des Todes ankündigte. Sein Leben galt stets seiner Familie, seinem Volk, dem er als Stammeskönig über lange Jahre vorstand und den er vom Hochsitz aus regierte. Er liebte seinen Stamm über alles, mit seinen Tugenden schien er ihm allen anderen Völkerschaften überlegen, wenn es ihm nur gelingen würde seine Leidenschaft zu kanalisieren.
Lenz war der erstgeborene Sohn seines Vaters Lenz I. Dieser wiederum war der älteste Sohn von Haduwin, einem mächtigen Krieger aus dem Volk der Sueben. In einem Krieg gegen das römische Heer am Rhein rettete ihm ein Gallier das Leben. Dieser Gallier entstammte einer keltischen Familie, die sich vom Glanz des römischen Lebens verzaubern ließ und ihren Kindern keine keltischen, sondern römische Namen, verlieh. Einen ihrer Söhne nannten sie Laurentius und dieser war es, der Haduwin das Leben rettete. Die Not begründete eine wahre Freundschaft zwischen Haduwin und Laurentius, den man kurz Lenz nannte. Haduwin nahm seinen Freund in die Familie auf und benannte, gegen die Gewohnheit, seinen ersten Sohn nicht nach sich selbst oder nach dem Namen seines Vaters, sondern nach seinem Lebensretter und Freund. So hieß denn Haduwins Sohn, Laurentius kurz, Lenz.
Haduwin zog mit seiner Sippe, der er vorstand und die rund hundertsiebzig Köpfe zählte, dem Brigantersee zu. Unter seinem Sohn Lenz wuchs die Sippe zu einem mächtigen Stamm heran, welchen man dann auch nach ihm benannte, nämlich Lenzer. Unter der Führung von Lenz I. lernte Rätien das Fürchten und die Briganter denken mit Schmerz an die Verwüstung ihrer herrlichen Stadt im Jahr tausendundzwölf zurück. Nach Lenz I. übernahm er, Lenz II., den Hochsitz seines Vater und damit die Königsherrschaft über den Stamm. Beinahe die ganze Lebenszeit von Lenz war geprägt von einer Periode des Friedens und der Ruhe in der sein Volk an Zahl sich reichlich mehrte.
Lenz liebte seinen, von den Römern gefürchteten, kämpferischen Sippenverband, seine Leidenschaftlichkeit und Kühnheit, die innere Glut die allen Sueben gemeinsam ist und dennoch hier im Stamm der Lenzer ihren Höhepunkt zu feiern schien. Sein Stamm war nicht beweglich, er war viel mehr, er war von dieser Glut her bewegt. Keine Tücke war in ihnen, sondern gerade das Hinterhaltlose, das Entschiedene, das war es was sein Herz mit Stolz über sein Völkchen erfüllte.
Kräftige, sich ihm nähernde Schritte holten Lenz aus der Welt seiner Gedanken zurück in die abendliche Landschaft, die sich sanft von den Wellen des Brigantersees liebkosen ließ. Es waren keine brausenden und tosenden Wogen der Ozeane, die ihre Ufer mit ihren Wassern schlugen und peitschten, sondern eben das sanfte Streicheln eines Binnengewässers. Ein in der Vollkraft stehender junger Mann trat mit einer leichten Verneigung vor Lenz. Es war Hada, Lenzens Sohn Hadus Sohn, die Liebe von Lenzens Herzen. In den einsichtigen blauen Augen, in seiner durch körperliche Arbeit gehärteten Gestalt, in seinem blonden Haar und in seinem weichen und mitfühlenden Herzen sah Lenz die Verkörperung der Ideale seines Stammes. Hada war nicht wie die meisten der jungen Glieder des Stammes. Als Enkel des alten Stammeshauptes und Sohn des bedeutendsten Kriegers übte er sich nicht wie die Jungen für den Krieg, er trainiert seinen Körper nicht durch die Übungen römischer Gymnasien. Er erarchtete dieselben als sinnlose Zeitverschwendung. Kraft, Ausdauer, starker Wille und Abhärtung kommen durch die Arbeit - so glaubte es zumindest Hada - und Lenz, sein Großvater, gab ihm darin recht. Hada trug nicht wie die meisten Jungen eine römische Tunika um seine männliche Gestalt, vor allem den Frauen und Mädchen, zur Schau zu stellen, sondern er verbarg sie in der unattraktiven Tracht seines Volkes und in solcher stand er auch vor Lenz. Er trug ein Hemd, einen kittelartigen Leibrock zur Hose, die er an den Unterschenkeln mit eintönigen Bändern umwickelt hatte. Er trug den Schwertriemen, ohne Schwert, mit einer großen eisernen Schnalle um seine Hüften und Sandalen an seinen Füßen. Er war bescheiden nach Außen, innerlich aber voll des gesunden Stolzes und eines Feuers, das er noch nicht zu bändigen verstand. Immer wieder suchte er den Rat seines weisen Großvaters, wenn er selbst nicht mehr weiter wußte.
Heute schienen Hadas Augen verzweifelter denn je, seine Fäuste waren geballt, was seine übliche Geste war, wenn ihn jäher Zorn und Wut befielen.
“Hada, was treibt dich zu mir?” eröffnete der Alte das Gespräch.
“Ano ich bedarf deines Rates. Was soll ich nur tun?” Hada blickte verzweifelt auf die silbernfunkelnde Fläche des nahen Sees. Er wußte nicht wie er alles kurz erzählen sollte was ihn bewegte. Er zweifelte ob es gut und klug war seinen Ano mit seinen Schwierigkeiten zu belästigen. Er kam sich vor wie eine wehleidige Tratschbase und es überkam ihn die Scham darob. Nicht mehr wie ein Mann fühlte er sich. Kurz: Er war verwirrt und verzweifelt.
Lenz, der Hada kannte, erahnte was sich im Herzen seines Enkels abspielte und da ihm bereits so manches, was an diesem Tag vorfiel zu Ohren gekommen war, kam er dem Verzweifelten zu Hilfe und bat:
“Erzähl mir von deinem Vorfall mit Chadeloch. Nur Bruchstücke drangen vom Geschehen an mein Ohr. Ich will also nun vom zweiten beziehungsweise vom ersten Hauptbeteiligten hören was vorgefallen war.”
“Bei Thiu, es ist gut, daß du mich frägst, alleine hätte ich nicht gewußt, wo und wie ich anfangen sollte!”, erwiderte aufrichtig dankbar Hada. “Du weißt Ano, daß ich dieses Kriegspielen hasse. Du weißt, wie sehr mir die Schaukämpfe und das verdienstlose Brüsten mit scheinbarem Heldentum zuwider ist. Diese aufgeblasenen Stümper wissen weder was es heißt wirklich in einer Schlacht zu stehen, noch wissen sie was Arbeit bedeutet. Sie sind zu beidem schlichtweg unfähig. Für die Schlacht sind sie zu empfindlich und für die Arbeit sowohl zu ungeschickt als auch zu wenig ausdauernd. Warum können diese Nichtsnutze einem nicht einfach den Frieden gönnen? Ich lasse sie ja auch ihre Wege ziehen, warum können sie nicht einfach auch mich meine Wege beschreiten lassen?”
Hada stand nun von Zorn gerötet vor seinem Großvater, gerade wollte er neuerlich seine gestaute Wut ablassen, als er sich der Frage nach dem Tatvorgang von neuem entsinnt. “Verzeihe Ano, vor lauter Groll habe ich deiner Frage noch keine Antwort gegeben. Also, ich war heute gemeinsam mit unseren Knechten im Wald um Bäume zu fällen. Wir hatten allerhand bewältigt. Am Nachmittag mußten wir früher nach Hause, denn der Stall und die Rosse sollten versorgt werden. Wir machten uns gemeinsam auf den Rückweg und mussten auf demselben auch am Übungsplatz, wo sich meine männlichen Altersgenossen für den Krieg durch Schläge in die Luft üben, vorbei. Was heute außergewöhnlich war, war daß ein Großteil der jungen Frauen und Mädchen ebenfalls anwesend waren. Wie ich von Idun hörte, waren sie heute beim Kräutersuchen und kamen früher zurück, so daß sie ein wenig den jungen Herren bei ihren Übungen und bei ihrem Kräftemessen zusahen. Dies wiederum erfüllte die männliche Seite der Jugend mit einem derartigem Feuereifer, daß sie tatsächlich bessere Leistungen hervorbrachten als gewöhnlich. Die Knechte und ich versuchten dem ganzen Auflauf keine Beachtung zu schenken, uns an ihm vorbeizustehlen, denn es gab für uns noch einiges an Arbeit zu bewältigen. Wir hatten den Platz fast schon passiert, da stellte sich uns Chadeloch breitbeinig in den Weg. Er wollte die Triumphe dieses Tages noch mit mir krönen. So rief er höhnisch:
‘Ah, da schaut Knecht Hada mit seinen Unterknechten!’ Dann lachte er uns grimassenschneidend aus und die meisten, die um ihn standen, stimmten in das Gespött mit ein. Ich befahl den Knechten einfach weiterzugehen. Chadeloch ließ das Gesinde an sich vorbeiziehen doch vor mir versuchte sich dieser Zwerg wieder aufzubäumen, was ihm nicht gelang, da ich ja rund einen Kopf größer bin als er. Dann fing der Möchtegernhäuptling an, meine Anklage zu verkünden:
‘Du Schande unserer ganzen Sippe! Als Lenzes Enkel, als des großen Kriegers Hadus Sohn, gibst du dich mit Arbeit ab, die jeder wahre Mann unseres Stammes verachtet. Du dreckiger Knecht! Du denkst wir spielen hier wie kleine Jungen Krieg? Ja, das denkst du!’
Dabei blickte er mich provozierend und dennoch, so glaubte ich, ein wenig beleidigt an. Ich wußte nicht, was ich antworten sollte, brachte meinen Mund einfach nicht auf. Ich sagte nur, er möge mich nun ziehen lassen, so wie ich sie ja auch kämpfen ließe. Früher hoffte ich immer auf einen solchen Augenblick, da ich das ganze Rudel um mich haben würde um ihnen die Sinnlosigkeit ihres Tuns vor Augen zu führen. Ich erarbeitete mir im Geiste Ansprachen, wog die Worte, welche wohl besser wirken würden und so fort. Als ich aber nun tatsächlich in der Situation stand, war ich wie üblich gelähmt, unbeholfen und wußte nicht genau wie ich mich verhalten sollte. Hauptsache für mich war, daß diese dumme Situation bald vorübergehe.
Da ergriff Chadeloch wiederum das Wort und zwar so laut, daß ihn sicher jeder und jede in der Versammlung zu hören vermochte:
‘Also Hada, ich und wir alle werden dich deine Wege ziehen lassen! Doch erst, wenn du gegen mich im Speerschießen und im Schwertkampf angetreten bist. Hier nützen dir weder Hacke oder Sichel, noch Mistgabel etwas, auch dein schönes Gesicht kann dir hier nicht helfen, denn was du hier brauchst ist Manneskraft und Kampferfahrung. Du hast deinem Großvater Schande gebracht, du hast deinem Vater Schande gebracht, deine Mutter schämt sich ob deiner bäuerlichen Art und uns, deinen Blutsverwandten, bringst du, neben der Schande, nichts als Verachtung entgegen. Jetzt beweise dich als Mann und zeige zumindest, daß du den Kampf versuchst!’
Was sollte ich tun? Mit Widerwillen nahm ich die Herausforderung an. Bis dahin hatte ich nur mit dir und Vater und hin und wieder mit Ebirolf, dem Knecht, gekämpft. Zu den anderen fehlte mir jeglicher Vergleich.
Chadeloch ergriff seinen Speer ging zur Rekordmarke und schoß auf das Zielbrett. Der Speer flog mit Wucht dem Ziel entgegen und verfehlte nur um drei Ringe die Mitte. Alle applaudierten, pfiffen und schrien. Sie waren begeistert, denn es war der beste Schuß des Tages, von dieser Entfernung. Ich selbst stand noch zehn Schritte hinter der Linie. Dies war die größt mögliche Entfernung für mich bei der Jagd um das Wild sicher zu erlegen. Wigo reichte mir einen Speer. Ich aber nahm ihn nicht. Ich sagte, daß ich mit Chadelochs Speer zu schießen wünschte, damit gleiche Bedingungen seien, daß ich aber von dem Ort, an dem ich stand, schießen würde. Man reichte mir also Chadelochs Speer. Ich weihte den Speer Thiu und Wotan und bat die Wallküren, wie bei der Jagd, sie mögen den Speer sicher das Ziel erreichen lassen. Dann zielte ich und schleuderte den Speer. Gleich Chadeloch traf auch ich nicht ins Schwarze aber nichts desto trotz blieb er im zweiten Ring stecken. Es war totenstill um mich herum, keiner klatschte, keiner schrie und keiner jubelte. Chadeloch wußte nicht, was er auf den Schuß sagen sollte, denn er selbst hatte gefordert, daß jeder nur einen Schuß übrig haben würde. Also riß er nun das Schwert aus der Scheide und rief:
‘Nach diesem glücklichen Speerwurf, bei dem dir das Glück sichtlich zur Seite stand, gehen wir nun über zur wahren Prüfung der Männlichkeit! Wigo gib ihm dein Schwert!’
Wigo reichte mir das Schwert. Kaum hatte ich es ergriffen begann Chadeloch schon mit dem Kampf. Knapp vor mir pfiff das Schwert vorbei. Beim nächsten Schlag den Chadeloch versetzen wollte, hielt ich das Schwert quer und fing den Schlag ab, was nicht ganz leicht war, denn er legte nun wirklich seine ganze Kraft in den Kampf hinein. Immer wieder holte er mächtig aus und schlug zu. Immer wieder konnte ich die Schläge abfangen und parieren. Mit der Zeit wurde es jedoch langweilig und um ein möglichst baldiges Ende herbeizuführen überlegte ich - während ich die Schläge abwehrte – was ihr, Vater oder du, in diesem Augenblick getan hättet. Da fiel mir Vaters Kniff, den er mir einmal beibrachte, ein. Als Chadeloch erneut zu einem heftigen Schlag aushob und sein Schwert niederbrauste, hielt ich ihm mein Blatt zum Boden hingeneigt entgegen und tatsächlich ging die Wucht des Schlages dem Erdboden entgegen. Noch bevor das Schwert den Boden berührte faßte ich meines mit beiden Händen, holte aus und schlug das nun bereits in der Erde steckende Schwert mit einem einzigen Schlag aus meines Vetters Hand. Entwaffnet legte ich ihm die Spitze meines Schwertes auf das Brustbein, blickte ihm rasend vor Wut in die Augen und beschwor ihn, er möge mich von nun an in Ruhe lassen. Ich schleuderte ihm das Schwert vor die Füße, ließ ihn stehen und ging langsam dem Dorf entgegen. Die jungen Männer öffneten den Kreis und ließen mich hindurchschreiten. Da begann Adalpret gemeinsam mit Ebirolf in die Hände zu klatschen und riefen nicht:
‘Es lebe Hada!’, sondern: ‘Es lebe Hadamar!’
Ich wußte auch diesmal nicht was ich denken oder sagen sollte und kehrte bedrückt ins Dorf zurück. Die jungen Frauen und Mädchen beglückwünschten Idun, daß sie solch einen Bruder habe. Er mochte zwar ein wenig eigenartig in Art und Kleidung sein - so stellten sie fest -, aber keiner käme ihm gleich an Kraft und Schönheit. Idun nahm die Glückwünsche, wie alle Mädchen, gerne entgegen, lief mir eilends nach nach, fiel mir vor Freude um den Hals, küßte mich und erzählte mir von den Ängsten, die sie um mich durchzustehen hatte. Doch noch größere Freude als sie und die anderen Geschwister werde die Mutter haben, denn schon seit langer Zeit fühlte sie sich den anderen Frauen, die mit der Kraft ihrer Söhne prahlten, zurückgesetzt. Sie glaubte, daß ihr Sohn eben nur Knechtsarbeit zu leisten vermag, für den wahren Mannesberuf aber nicht taugte.
Idun rannte mit Feuereifer nach Hause. Ich rief sie zurück, doch sie hörte nicht auf mich und rannte geradewegs zur Mutter. Ich hoffte, ihr möglichst lange nicht begegnen zu müssen und ging zu den Knechten die die Pferde versorgten und half ihnen dabei. Doch kaum war ich bei ihnen rief mich der Vater. Er wollte, daß ich ins Haus käme. Als ich eintrat kam Mutter auf mich zu und umarmte mich mit Tränen in den Augen. Das war nun das drittemal an diesem Tag, daß ich nicht wußte, was ich sagen sollte. Ich blickte zu Vater, er klopfte mir auf die Schulter und sagte, daß ich der Familie Ehre gemacht habe. Er versicherte mir, daß er nie an mir und meinen Fähigkeiten gezweifelt habe. Ich glaubte ihm, denn Vater, war wie du Ano, immer mein größtes Vorbild, auch wenn ich ihn, bis zu seinem endgültigen Verlassen des römischen Heeres - sprich bis vor einem Jahr -, nur sehr selten sah.
Den Rest mache ich kurz. Mutter will nun, daß ich morgen mit nach Brigantium zum Eponafest gehe. Das alleine wäre noch keine Schwierigkeit, denn ich wäre sowieso mit Vater auf den Pferdemarkt gegangen, um dort unsere Pferde zum Verkauf anzubieten. Aber sie will nun ihren Geschwistern zeigen, daß ihr Sohn der stärkste und größte von allen Enkeln ihres Vaters ist. Sie verlangt, und Vater meinte ich soll ihr diese Freude doch einmal machen, daß ich mir endlich einmal ordentliche Kleider anziehen möge, so wie dies auch alle anderen tun würden. Wenn ich das tue, komme ich mir aber vor wie der Verräter meiner selbst. Was soll ich tun? Rate mir Ano!”
Lenz, der der Geschichte seines Enkels aufmerksam gefolgt war, hielt einen Moment Stille. Er blickte in das durch die Sterne aufgehellte Dunkel der Nacht und atmete tief die kühle nächtliche Luft ein. Er ließ die Erzählung ein wenig sinken. Tiefen väterlichen Stolz empfand er für Hada. Er wußte, daß für den jungen Mann ein neuer Lebensabschnitt begann, er wußte, daß er mit dem heutigen Tag seine Kindheit und Jugendzeit irgendwie beendet hatte. Er sah vor sich einen frühreifen Mann dem er, Lenz, nun eine letzte Orientierung geben durfte. Vielen Männern ist Lenz während seines langen Lebens begegnet, vielen, die Männer der Gestalt nach waren, aber doch Kinder geblieben sind. Hier, vor ihm, stand nun ein älteres Kind das zum Mann herangereift war.
“Hada, mein Sohn!” sprach Lenz in einem feierlichen und wichtigen Ton. “Bald wird der Tag kommen, da ich mit den Vätern in Wallhall zusammen sein werde. Der Tag ist nahe, da ich mit Wotans Heeren im Wind die Welt durcheile. In dir, Ähnlein, ist der Geist all unserer großen Ahnen gegenwärtig. ‚Nomen est omen’, sagen die Römer. Dein Name ist einem geheimen Orakelspruch gleich und kündet dir, worin das wahre Mannsein gründet. Mann sein bedeutet: kämpfen zu können. Doch dieser Kampf wird nicht so, wie die meisten glauben, nur mit Waffen und Worten gekämpft. Der Kampf des Mannes besteht darin, daß er immer um die Erkenntnis des im Jetzt, im konkreten Augenblick, Richtigen kämpft und das Erkannte in die Tat umzusetzen versucht. Mann ist, wer diesen Kampf kämpft, denn es ist ein Feldzug ohne Ende. Weise wird, wer nie diesen Kampf geflohen. Wenn er den Kampf aber einmal geflohen hat, so nimmt ihn der wahre Mann sogleich wieder auf.
Jemand der sich wirklich Mann nennen will, muß seine Väter und deren Erbe lieben, er muß seine Familie lieben. Er muß die Fähigkeit haben, das Erbe der Väter zu schützen, eine Familie aufzubauen und zu erhalten, er muß die Fähigkeit haben, sie durch Klugheit zu schützen, aber auch, wenn nicht anders möglich, mit dem Schwerte zu verteidigen. Wem es wirklich danach verlangt Mann zu sein, vermag sich nicht nur in Arbeit und Krieg selbst Gewalt anzutun und Schmerzen zu überwinden, sondern er vermag auch innerlich sich Gewalt anzutun, um dort, wo nur sein eigenes Ansehen auf dem Spiel steht, dieses, um der anderen Willen, hint an zu stellen.
Eines aber fehlt bei dem ganzen noch um dem Mannsein die Krone aufzusetzen, nämlich die Ehrfurcht vor den Göttern - vor Gott. Hada, die Götter wohnen nicht in Häusern so wie die Römer dies mit ihren Tempeln glauben. Auch die Bäume und Haine, die Schluchten und Quellen sind nicht die Gottheiten, wie dies wiederum viele andere glauben. Aber auch Wotan, Thor und Balder...”
Hier setzte Lenz vor Erregung kurz ab und holte tief Atem. Was er nun Hada mitteilen wollte war sein tiefstes Geheimnis, die größte Erkenntnis zu der er sich in seinem langen Leben durchgerungen hatte. Es war das größte Vermächtnis das er hinterlassen konnte und nur Hada schien ihm würdig, Erbe desselben zu sein. In tiefer Erschütterung und Erregung hob er von neuem an:
“Wotan, Thor und Balder sie sind Götter, ja, aber sie sind nicht Gott. Gott ist Thiu, ‘unser lichter Vater’. Thiu, der so groß, so erhaben, so heilig war, daß sich ihm unsere Väter selbst zum Opfer gaben, um ihre Schulden zu sühnen. Thiu ist der Schutzgott der Sueben. Wir haben den als Schutzgott, der wirklich Gott ist und nur er. Die Götter sind ihm untertan auch wenn er selbst scheinbar unbedeutend neben ihnen steht. Er handelt nicht, nein, er läßt vielmehr für sich handeln. Wir einfältigen Menschen glauben nur immer, daß die die handeln mächtiger sind, als der der ihnen den Auftrag dafür gibt.
Hada, suche Thiu! Was ich dir sagte ist die Erkenntnis kurz vor dem Untergang der Sonne meines Lebens. Dein Leben beginnt erst jetzt so richtig. Suche du weiter für mich. Siehe diese Suche als Erbe deines Ano an und suche für ihn die Wahrheit. Hast du sie, so ergreife sie für mich, für dich, für dein ganzes Volk, für deine Väter, die in den Winden umherziehen und dir immer zur Seite stehen.”
Dann griff Lenz nach Hinageban, dem ehrwürdigen Schwert an seiner Seite, löste es von seinen Hüften und reichte es Hada mit den Worten:
“Nimm Hinageban, das mächtige Schwert deiner Väter, an dich. Gegen den Brauch, es jeweils dem ältesten Sohn zu geben, gebe ich es dir. Mit ihm übernimmst du die Verantwortung für deinen Stamm und für das Erbe desselben, auch wenn du dein Volk nicht vom Hochsitz aus regieren wirst, da dies deines Vaters ältester Bruder und seine Söhne gemäß der alten Tradition zu erfüllen haben.
Nun geh Hada. Verachte deine Ehre und dein Ansehen, wenn du deiner Mutter, die dich unter Schmerzen zur Welt gebracht hat, eine Freude bereiten kannst. Geh, kämpfe den guten Kampf damit du nicht nur Kampf - Hada - heißest, sondern aus dir Hadamar, der Kampfberühmte, werde. Suche Thiu!”
Hada stand mit dem Schwert in den Händen da, er fühlte sich entrückt, seine Knie waren weich und sein Herz pochte heftig erregt in seiner Brust. Aber er wußte wieder nicht, was er in diesem Moment sagen sollte, er konnte sich nicht rühren und er schämte sich darüber. Sein Großvater wußte auch darum, erhob sich vom Bänkchen, ging in das Haus hinein und schob den Riegel der Türe zu. Hada ging langsam nach Hause. Alles war still, nur das Vieh im Stall gab noch hie und da ein Geräusch von sich. Im Haus waren alle am Schlafen, denn der Mond hatte schon einen guten Teil seines nächtlichen Weges zurückgelegt. Hada schlich sich in seine Kammer, wo eine Magd eine schöne Tunika mit einem großen wundervoll bestickten schwarzen Ledergürtel bereitgelegt hatte. Hada legte Hinageban zu diesen Kleidern und sich selbst ins Bett.
“Thiu, hilf mir, daß ich dich finde!” waren die letzten Worte bevor er in einen tiefen Schlaf fiel.
Der nächste Tag war ein herrlich strahlender Maientag. Die Morgensonne ließ den See gold-silbern erstrahlen. Vom See her wehte eine frische Brise, die mit dem hohen Gras der Wiesen ihr Spielchen trieb.
Hadu pochte mehrmals an die Kammertür Hadas, der erschöpft durch die Eindrücke des vergangenen Tages, nicht mit dem Hahnenschrei erwachte. Er mahnte ihn sich zu beeilen da alles schon bereit wäre um nach Brigantium zu ziehen und man nur noch auf ihn warten würde. Der noch vom Schlaf benommene Hada richtete sich langsam auf und setzte sich an den Rand seines Bettes. Er reckte und streckte sich, rieb sich den letzten Schlaf aus den Augen und blickte dann auf den Schemel neben seinem Bett. Dort lag Hinageban, darunter der neue, bestickte Schwertgurt und dann noch die Tunika.
Wenn er ehrlich sein wollte, so ging er mit sich zu Gericht, dann mußte er sich eingestehen, daß er sich doch freute heute zum ersten Mal als der ‘neue Hada’ zu erscheinen. Eigentlich hatte er, so erinnerte er sich, früher immer auf sein Aussehen, den Sitz der Kleidung, auf deren Farbe und sogar die Qualität des Stoffes geachtet. Die Jahre der Jugend bis auf den gestrigen Tag hatte er sich bewußt gegen seinen Willen anders gekleidet, aus Trotz, um den anderen seine Verachtung zu zeigen, indem er sich selbst zum Verachteten machte. Es war damals richtig aber von nun an durfte er sich nicht mehr wie ein unreifer Junge benehmen.
Zudem fühlte er sich insgeheim schuldig über die Bloßstellung Chadelochs der sich, nichts ahnend, selbst ins Unglück stürzte. Hada verabscheute ungelöste Konflikte über alles. Er entschloß sich also, Chadeloch die Hand der Versöhnung zu reichen und ihn einzuladen, mit ihm nach Brigantium zu reiten.
Er stand also von der Schlafstatt auf und kleidete sich sorgfältig, wie in alten Zeiten, er gürtete mit keinem geringen Stolz Hinageban an seine Hüfte. Es war ein mächtiges Schwert, das spürte er, aber keiner hatte ihm bisher seine Geschichte erzählt. Er zog es aus der Scheide. Es war groß und sah sehr schwer aus, doch in Hadas Händen war es federleicht. In Runen stand auf der Schneide der Name des Schwertes und am Griff war ein Tyr, als Segenszeichen, eingrafiert.
“Hada!” schallte von draußen Hadus Stimme. Hada steckte Hinageban zurück in die Scheide, zog die Sandalen an und ging ins Freie hinaus.
Idun erblickte ihn von allen zuerst und klatschte beim Anblick Hadas in die Hände. Dann berührte sie den Arm Gaelas, ihrer Mutter, die sich daraufhin ihr zuwendete, und deutete mit ihrem Zeigefinger auf ihren Bruder. Die Mutter war vor Freude mit Stummheit geschlagen. Da stand ihr Sohn vor ihr, er, der über Nacht sich vom erbärmlichen Knecht zum Helden gewandelt hatte. Der, der ihr bisher jede Hoffnung raubte ist über Nacht zu ihrem Glück geworden und zu einem - so glaubte sie es in ihrem Herzen - Hoffnungsträger seines Volkes. In ihrer Brust pochte der Stolz einer Mutter und zugleich überkam sie ein unheimliches Ahnen, daß ihr Sohn ihr von nun an entzogen sein werde. Ihr Mutterherz prophezeite, daß sie Großes von ihrem Sohn zu hören bekommen werde, daß es aber für sie mit dem Schmerz der Trennung verbunden sein wird.
Hadu kam aus den Pferdekoppeln. Er betrachtete seinen verwandelten Sohn und sah, daß Hinageban an dessen Seite hing, und fragte:
“Von wem erhieltest du dieses Schwert, Hada!”
“Ano überreichte es mir gestern. Er sagte, er übergebe es mir und mit ihm die damit verbundene Verantwortung.” antwortete Hada.
Hadu wußte um die Zuneigung seines Vaters zu Hada, aber daß er solche Hoffnung auf seinen Sohn setzte, hätte er sich nie zu träumen gewagt. Er kannte die Bedeutung der Geste seines Vaters und er kannte auch teilweise die Geschichte des Schwertes, daß er sich als Kind immer zu tragen wünschte. Nun ist dieser Wunsch nicht an ihm selbst, sondern an seinem Erstgeborenen in Erfüllung gegangen. Sein Vater hatte also Lenz, Hadus ältestem Bruder, zwar die Macht der Leitung des Volkes übergeben, denn er hatte den Hochsitz inne, aber die Geistesmacht und Gewalt der Tugend, das Erbe der Väter und den Schutz desselben übergab er der Obhut Hadas. Hadu ahnte bereits die düsteren Wolken der Zweitracht und Feindschaft die zwischen seinem Bruder und seinem Sohn aufziehen würden. Er kannte die Macht- und Herrschsucht seines Bruders und sein krankhaftes Verlangen nach Hinageban. Dann blickte er in die Augen seines Sohnes und sprach feierlich:
“Hada, von nun an nenne ich dich nicht mehr nach deinem Kindesnamen und kein anderer meiner Familie soll dich von nun an mehr danach benennen. Von heute an ist dein Name entweder Thiuhada oder Hadamar, denn du trägst Hinageban an deiner Seite und jeder der dieses Schwert trug, war ein berühmter Held. Auch du wirst berühmt, aber nicht in Ruhe wie dein Großvater, sondern - das glaube mir - im Kampf. Du wirst mit allen deinen Kräften kämpfen müssen mit Göttern und Menschen. So sage ich dich denn los von deinen Kindespflichten und vom Gehorsam des Kindes gegenüber mir und deiner Mutter, denn deine Aufgaben werden die unseren übersteigen und übertreffen. Doch Klugheit und Ehrfurcht werden den Rat von Eltern nicht verschmähen und werden Eltern nicht im Alter verachten!”
Hadu ging auf Hadamar zu und umarmte ihn mit Tränen in den Augen. Hadamar wußte nicht wie ihm geschah, aber er wollte bei günstiger und etwas ruhigerer Gelegenheit seinen Vater um eine Erklärung bitten. Sein Vater konnte weinen, das traf ihn mitten ins Herz. Hadamar bat die anderen, sie mögen doch ohne ihn schon aufbrechen denn er würde ein wenig später nachkommen. Er wollte nämlich noch Chadeloch besuchen und ihn einladen mitzukommen. Hadu wollte abwehren, aber Hadamar machte sich schon auf den Weg zu Chadeloch.
Chadeloch war der zweite Sohn von Hadus Bruder und war gleich alt wie Hadamar. Beide waren miteinander groß geworden und sind in ihrer Kindheit die besten Freunde gewesen. In der Jugendzeit hatten sie sich auseinandergelebt da jeder seinen eigenen Weg zum selben Ziel, nämlich dem Heldentum, einschlug. Beide begegneten sich zwar als ehemalige Freunde, doch immer mit einem tiefen Unverständnis über den derzeitigen Weg. Dies dauerte solange bis sie am Vortag eben aneinander gerieten.
Hadamar klopfte an der Tür des Hauses seines Onkels. Ilsa, seine Tante - eine Chattin - öffnete die Tür. Sie brauchte einige Augenblicke um in dem vor ihr Stehenden Hadamar zu erkennen.
“Ilsa, sag Chadeloch, daß ich mit ihm sprechen will und er sich nicht weigern soll zu kommen.”
Chadelochs Mutter war so überrascht über Hadamar, über sein Aussehen, über sein Kommen, daß sie, die sich in ihrem Sohn selbst gedemütigt fühlte, sogleich nach Chadeloch rief, ohne dabei zu erwähnen, wer mit ihm zu sprechen wünsche. Chadeloch kam unverzüglich, denn er dachte es wäre Wigo. Auch er erkannte Hadamar nicht sogleich und als er ihn erkannte stand er bereits vor ihm, so daß er sich nicht, ohne Schande auf sich zu laden, zurückziehen konnte. Hadamar streckte Chadeloch die Hand entgegen, mit den Worten
“Ich bin gekommen, um dich um Verzeihung für das gestern Geschehene zu bitten. Es war meine Schuld, daß du vor den anderen eine Niederlage einzustecken hattest. Du konntest, genauso wenig wie ich selbst, meine Kräfte einschätzen. Ich reiche dir also die Hand und hoffe, daß zwischen uns keine Feindschaft entsteht, sondern alte Freundschaft zu neuem Leben erwachen möge. Beide haben wir die Kinderziele erreicht, nämlich alle anderen an Kraft und Geschick zu übertreffen. Wir wollen uns also als Männer begegnen und ich hoffe auf deine Freundschaft.”
Chadeloch war wirklich getroffen von den Worten und dem männlichen Handeln Hadamars. Er selbst hatte eigentlich die Hauptschuld für den gestrigen Vorfall. Er hatte Hada immer gern gehabt, ja, er hatte ihn eigentlich mehr geliebt als seine leiblichen Brüder. Seit sich aber ihre Wege trennten glaubte er, daß Hada durch sein Tun ihre Freundschaft, ihre Versprechen und Gelöbnisse sowie sein ganzes Volk verrate. Doch nun mußte er sich eingestehen, daß er sich getäuscht hatte und, daß Hada nur einen anderen Weg zum selben Ziel eingeschlagen hatte. Er sah, daß sein Freund und Verwandter ihm in vielem wahrscheinlich überlegen war - so wie damals - doch nie hat sein Herz, genauso wie Hadamars, die Freundschaft aufgegeben. So ergriff Chadeloch die ihm entgegengestreckte Hand und sprach:
“Freundschaft! Auch ich bitte dich um Verzeihung!”
Beide umarmten sich und wußten um die Lauterkeit der Absicht des Anderen.
“Chadeloch, Vater und Mutter sind mit den Geschwistern und dem Gesinde bereits auf dem Weg nach Brigantium, zum Eponafest. So wie als Kind verabscheue ich noch immer den Lärm und das Gedränge während dieser Tage, genauso wie ich auch diese Göttin mit dem Pferd nicht besonders hoch schätze. Zudem ist das Gespräch mit den Verwandten mütterlicherseits von keinem großen Reiz. Ausnahme ist Saro, mein Großvater, er ist ein interessanter Mann, du kennst in ja. Ich wollte dich also bitten, mich zu begleiten. Willst du? Du weißt, da sind auch immer viele junge Keltinnen und Römerinnen zugegen, die nur warten, einen solchen Helden wie dich zu sehen!”
Die letzten Worte sagte er mit einem besonderen Pathos und einem ebensolchen Grinsen.
“Dein nagender Spott zeigt, daß keltisches Blut in deinen Adern fließt, Hada. Du bist halt doch nicht ein voller Suebe!” antwortete Chadeloch mit einem gespielten Ernst. “Aber gerne gehe ich mit nach Brigantium. Da ist wenigstens etwas los. Na und vielleicht, vielleicht, na du weißt ja...”
Natürlich wußte Hadamar was Chadeloch meinte und klopfte diesem laut lachend auf die Schulter.
“Wann soll die Fahrt losgehen?” fragte Chadeloch.
“Auf der Stelle. Wenn’s recht ist!” Chadeloch stürmte in seine Kammer, zog sich das beste Gewand an das er finden konnte. Dann legte er sein Schwert an, holte sein Pferd und sagte zu seiner Mutter, daß er mit Hada nach Brigantium reiten werde. Sie brauche keine Sorgen zu haben, denn er würde ihr etwas von dort mitbringen. Beide saßen bereits hoch in den Sätteln, als noch Lenz, Chadelochs Vater, ihnen, vom Versammlungshaus kommend, begegnete. Chadeloch teilte ihm mit wohin die Reise ging und, daß er und Hada wieder Freunde und Brüder geworden wären wie einst. Lenz blickte zu Hada und er erblickte in ihm nicht den Hada wie er ihn kannte, sondern eine Gestalt, wie er sich als Kind immer die Helden vorzustellen pflegte. Hada hatte etwas Ehrfurchtgebietendes an sich, etwas war in seinen Augen, was wie eine Anklage auf Lenz wirkte, obwohl Hada sich nichts dergleichen dachte.
“So reitet denn los, damit ihr Hadu und die Schwägerin noch erreicht!” rief er ihnen zu und die beiden stießen den Pferden in die Weiche und galoppierten davon. Da fiel Lenzens Blick auf Hinageban, das Schwert seiner Väter, das Hadamar an seiner Seite trug.
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