Dienstag, 30. September 2008

ER - Der Bilderbuchdaddy

War es ein Fehler, ein Mißgeschick, daß ER Vater geworden ist? Er beantwortete diese Frage mit Nein. Natürlich hätte man dies verhindern können, hätte man verantwortlicher sein können, aber Unglück war es letztlich keines. Es waren schließlich seine Kinder, ihm ganz aus dem Gesicht geschnitten, - ein Geschenk an die Welt. Manche stoßen sich, daß jedes seiner Kinder eine andere Frau zur Mutter habe, aber was soll’s, ER gönnt ihnen die Freude.
Was die Erziehung angeht würden sich ohnehin seine ehemaligen Lebensabschnittspartnerinnen darum kümmern. Er hatte seinen Kindern von Anfang an beigebracht, daß er für sie nicht der „Papa“ ist, sondern höchsten der „Daddy“, am liebsten einfach ER. ER wollte seinen Kindern mehr als nur ein Alltags-Papa sein, er wollte ihr Freund, ihr großer Bruder sein, dem sie alles erzählen können, der mit ihnen Streiche ausheckt, der mit ihnen die Welt erkundet. Gibt es Probleme mit seinen Kindern so ist ER sicherlich nicht schuld daran. Heutzutage gibt es so viele verderbliche Einflüsse für die Kinder und die Lehrer sind zudem ziemlich schlecht ausgebildet.
Seine Kinder sind überdurchschnittlich intelligent und sportlich in Topform. ER fördert sie wo ER nur kann. ER geht mit ihnen auf die Fußballspiele, auf Tennistourniere und vor kurzem war er mit ihnen sogar auf dem Österreichring. ER kauft ihnen zudem die neuesten Hörbücher. ER hat auch nicht gespart als er jedem einen Computer mit Internetanschluß kaufte. Ein Kind kommt ohne diesen gar nicht mehr aus und da kann es sich die Hausaufgaben und Vorträge zur Gegenüberstellung herunterladen, kann es direkt auf das beste und aktuellste Material Zugriff haben und seine Hausübung, Vorträge etc. lernschwächeren Kindern zur Verfügung stellen.
Ein großes Anliegen ist ihm, daß seine Kinder nicht verklemmte und von ihren Kameraden ausgestoßene, unaufgeklärte Jungfern seien. Deshalb kaufte er ihnen bereits ab der zweiten Klasse Volksschule „Bravu“ und „Pupcurn“. Dort bekamen sie eine angemessene Aufklärung und waren zudem über die neuesten Trends und die bekanntesten Stars informiert. Auch auf Letzteres legte er großen Wert, denn er wußte was es in der Jugend bedeutet auf ein Vorbild aufblicken zu können.
Mit den Alimenten, dem Bausparvertrag für jedes Kind und dem Sparbuch auf welches er immer wieder das Taschengeld überwies kam er vollkommen und treu seinen Vaterpflichten nach. Es fehlte seinen Kindern an nichts, ja es ging ihnen mit ihm besser als so manchen anderen mit ihren biederen und treuen Papas. Wie stolz wäre ER gewesen, hätte ER einen so coolen, so freien, so aufgeklärten und so modernen Daddy gehabt, wie ER es für seine Kinder war. Gerne verzichtet er auf die überholten autoritären Erziehungsmethoden, wenn er dafür zum besten Freund seiner Kids werden kann.

1 Kommentar:

klythaimnestra hat gesagt…

Fantastisch!!! =)
So und nicht anders ist Er - der Bilderbuchdaddy :D

super wirklich!